Jakob, der mir Musik beibrachte

Anfang August 2016 saß ich an jenem Abend nahe Bremen mit Freunden auf einer kleinen Brücke, unweit des anliegenden Waldes. Wir hatten uns auf dem Gelände hinter uns, tagsüber, mit weit über einhundert Menschen versammelt, um das Utopival zu initieren. Das Event, welches im Jahr zuvor auf wundersame Weise meinen eigenen Weg gekennzeichnet hatte und nachwievor so viele aufregende Persönlichkeiten anlockte, so viele Gelegenheiten bot für’s Leben zu lernen, von Menschen, die ihr Leben lernten.

Wir saßen nun kurz vor Mitternacht im engsten Freundeskreis außerhalb des Geländes, ehe urplötzlich dieses Auto wenige Meter von uns entfernt anhielt und ein junger Mann mit langen schwarzen Haaren, etwas hektisch, aber doch bedacht, seine Sachen herausholte und sie neben sich auf die Strasse setzte. Offensichtlich jemand, der mit leichter Verspätung einen längeren Weg zu uns getrampt ist.
Wie er da so unter leichtem Zeitdruck und dennoch voller Euphorie sich binnen Sekunden aus dem Auto manövrierte, sein Gepäck einsammelte und den Fahrer verabschiedete, hatte etwas sehr souveränes an sich.
Er sah uns, oder wir riefen ihn, jedenfalls gesellte er sich zu uns, neben mich. Es war das erste Mal, dass ich Jakob J. Jung traf, einen Menschen, der Monate später eine einflussreiche Rolle in meinem Leben einnehmen sollte.

 

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Jakob (21) ist ein Meister im Balanceakt zwischen Ernst und Spass des Lebens

In dieser Woche hatten wir wenig bis kaum Kontakt miteinander. Dennoch kam ich nicht drumrum zu bemerken, dass dieser Mensch faszinierend sei. Jakob, der – wie sich nun herausstellte – erst bemerkenswerte 20 Jahre jung war, reiste bereits seit zwei Jahren. Nach der Schule begann er, völlig selbstverständlich und allen familiären Widerständen zum Trotz, seinen ureigenen Pfad zu gehen. Er hatte weder studiert, noch eine abgeschlossene Ausbildung, er hatte nicht mal eine Ausbildung begonnen, sich nicht mal dafür interessiert… und doch wusste er so viel. Er musste gute Lehrmeister gefunden haben, dachte ich mir. Das Leben prägt uns unweigerlich mehr, als jede Lehrer-Schüler-Beziehung, und davon hatte er wohl einiges abbekommen.

Er schien ein aktives und intensives Leben zu führen, den Eindruck vermittelte er zumindest während unserer ersten gemeinsamen Tage. Stets war er unter neuen Menschen zu finden, auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer, der nächsten Herausforderung, dem nächste Reiz. Was ich bei jemand anderem womöglich als Unruhe abgestempelt hätte, schien mir bei ihm lediglich die blanke Freude am Lernen zu sein. Jakob ist ein Mensch, der nichts lieber macht, als lernen. Am liebsten mit und durch andere. Er geht selektiv darin vor, mit wem er zunehmend Zeit verbringen möchte, da ihm nicht nur die Begrenztheit seiner eigenen Zeit bewusst ist, sondern ihm ebenso viel an der Entwicklung seines Potenzials liegt. Dass er davon eine Menge in sich trägt, wird ihm seit seiner Kindheit gespiegelt. Danke an alle seine Förderer, denn das sollten alle Menschen von Kleinauf hören, damit sie davon überzeugt sind – nur so kann sich unser aller Potenzial entfalten, nur, wenn es auch jemanden gibt, der es in uns sieht und fördert.

Neugierde, Tatendrang und Wissensdurst sind seine stetigen Begleiter, die ihn so experimentier- und kontaktfreudig machen.
Seine Antennen sind immer ausgefahren, er ist immer sensibel und bereit aufzunehmen, was um ihn herum geschieht. Mimiken, Augenblicke und Körpersprache erfasst er in Bruchteilen, was ihn jedoch nicht überfordert. Ich habe nichts mitbekommen, womit er nicht umzugehen wüsste.
Dies fiel mir auf, als wir uns dann im November desselben Jahres kurz vor der franz.-spanischen Grenze wiedertrafen. Wir hatten uns aneinander erinnert und ungefähr zeitgleich beschlossen auf die kanarischen Inseln zu reisen. Ich pausierte meine damalige Wanderung und er trampte mir hinterher, wofür er denkbar wenig Zeit brauchte und punktgenau erschien. Jakob ist ein Trampgott, der seinesgleichen sucht, auch das durfte ich später noch hautnah miterleben, als wir gemeinsam durch Spanien tourten und dabei selten warteten, jedoch eine Menge witziger Begegnungen hatten.
Er ist in vielerlei Hinsicht göttlich. Zunächst, weil er seinem Potenzial als Mensch bereits in sehr jungen Jahren wahnsinnig nah kommt. Das was in uns schlummert, ist nicht minder göttlich, als alle Naturphänomene und jegliche für unsere Augen unsichtbare Ordnung, die alles Leben zu lenken scheint. Er ist schön, innen wie aussen. Eine Anforderung, die ich an jeden Halbgott auf Erden stelle.

Aber die wichtigste all seiner göttlichen Eigenschaften ist für mich seine Wirkung auf andere, seine Fähigkeit zu beeinflussen und zu inspirieren, ohne sich anzustrengen, lediglich aus seinem Tun heraus.
Sein Tun ist ergebnisbezogen undd zielstrebig. Er möchte nicht nur über etwas reden, sondern es am liebsten gleich realisieren und präsentieren. Er hat wie niemand anderer verinnerlicht, das wahre Erkenntnis nur durch die eigene Erfahrung gelingen kann.

Ich bin mir nach beinahe drei Monaten, die wir gemeinsam gereist sind und gelebt haben, sicher, dass Jakob für Großartiges bestimmt ist. Er ist und wird ein Heilsbringer für sein direktes  Umfeld werden, weil Menschen mit ihm einen Sinn in ihrem Handeln erkennen. Das Medium, dem er sich dabei vorwiegend widmet, ist die Musik. Seit über einem Jahrzehnt spielt er Posaune, wie es nur wenige beherrschen. Wo auch immer er ist, im Handumdrehen hat er eine Gruppe von Musikern versammelt, ein Musikstück initiiert und die Massen angesteckt. Seine Energie ist so kraftvoll, dass sie spielerisch die Energie im Raum und jeden anderen einnimmt. Das gelingt ihm, weil seine Intention hinter seinem Tun stets eine reine, wohlbedachte und liebevolle ist.
Jakob hat wenig Schwierigkeiten mit seinem Unbewusstsein, da die unüberlegten Entscheidungen zumeist einem ausgereiften inneren intuitivem Gefühl folgen.

Jakob ist bereits jetzt ein Anführer, jemand, der als solcher geboren wurde. Er möchte an die Hand nehmen und sein Projekt mit Hilfe aller ins Heil führen. Er wirkt dabei sehr kooperierend, harmonisierend und inspirierend – vor allem durch seine gelebte Erkenntnis, dass gemeinsam mehr errreicht werden kann, als alleine.
Er hat die besondere Fähigkeit spezielle Wissensgebiete in ihrer höchsten Essenz zu verstehen und sie in einfachen, verständlichen Worten für jederman zugänglich zu machen. Vielleicht wird er ein Musikguru, der einst das Verständnis von Musik nachhaltig bestimmen wird. Ich weiss es nicht, geh‘ bitte einfach weiter.

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Mein Freund… du bist zur richtigen Zeit am richtigen Ort in mein Leben getreten. Du hast mir zahlreiche unfassbar witzige Momente beschert, du bist mir auf Augenhöhe begegnet und hast mir  so viel über alternative Lebensweisen und den Umgang mit Menschen beigebracht, wie es kein Vortrag jemals geschafft hätte. Du hast mich mitgenommen, teilhaben lassen und mir geholfen so viele wichtige Erfahrungen zu machen, dass ich später imstande war das Leben zu führen, welches ich mir erträumt hatte. Du hast mich vorbereitet, du hast meine Eigenarten geduldet und wurdest nicht müde alles Positive in mir zu spiegeln und zu stärken. Du hast weder bei mir, noch jemals bei jemand anderem, mit ermahnendem Finger gezeigt, du wurdest nie böse oder ausfallend, du verlorst nie die Kontrolle über dich selbst und du hast nie gelernt andere kleiner machen zu wollen, um selber grösser darzustehen. Du hast es nie nötig gehabt, weil du so groß bist, wie nur wenige Menschen und so leuchtest, dass alle um dich herum wachsen und größer werden, wenn sie nur bei dir sind.

Du hast mir die Liebe zur Musik beigebracht, dadurch, dass ich sie bei dir immer wieder sehen durfte. Damit, mein Freund, hast du mir vielleicht die höchste Ehre von allen gemacht. Du hast mir eine Welt ermöglicht, die einer neuartigen Dimension in meiner Wahrnehmung gleicht, und deren Erfahrungsschatz ich für mich als geschlossen betrachtet hatte.
Du hast mir die Schlüssel gegeben, um über meinen Schatten zu wachsen, Grenzen zu sprengen, ein besserer Mensch zu werden und erstmals in meinem Leben einen Kanal zu entdecken – das gemeinsame Musizieren – der mich erfüllt und in Zustände gleiten lässt, in denen meine eigene Kraft immens wird.

Ich danke dir von ganzem Herzen für dein Sein,
ich wünsche dir Zuversicht und Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten,
und dass du Liebe erfährst, sodass es dich durchschüttelt und völlig aus der Bahn wirft.
Du hast nur die großartigsten Geschenke verdient, die das Leben für uns bereithält.

Bis gleich ❤

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